Wow, DAS ist jetzt unsere Geburt? So schön kann das sein?

 

 

INSPIRIERENDE GEBURTSGESCHICHTEN

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Hallo, liebe Frauen!

 

Hier möchte ich euch die Gelegenheit geben schöne, positive, bekräftigende Geburtsgeschichten zu lesen, die euch inspirieren sollen euch selbst eure eigene wunderschöne Geburt zu erträumen und zu erschaffen.

Wenn du auch eine wundervolle Geburt erlebt hast und mir auch deinen Bericht schicken möchtest, schreibe sie am besten in eine Word Datei und sende sie mir per Mail an kiria(ät)gebaerweise.de zu. Sie muss nicht lang sein, manchmal liegt das Wichtigste in der Essenz, aber sie darf auch ausführlich sein.

Herzlichen Dank!

 

Alles Liebe,

Kiria

 

Die Wellen dabei waren kräftig, aber nicht wirklich sehr schmerzhaft. Zwischen den Wellen war ich ganz euphorisch und es ging mir immer phantastisch. (…) Diese Geburt war für mich ein so wunderbares, schönes, spirituelles Erlebnis, das ich nie in meinem Leben vergessen werde.

Geburtsbericht Elyah Yanis

Alleingeburt zu Hause im Wasser – Nadine Simone Wenger

Am 09.05.2007 um ca. 06.00Uhr bin ich erwacht und spürte ein leichtes Ziehen im Kreuz und in der Leistengegend. Da ich die letzten 2 Tage bereits etwas blutigen Schleim verloren habe, wusste ich nicht recht, ob es jetzt los geht oder nicht. Die Wellen waren bis um ca. 10.00Uhr sehr leicht und ich fühlte mich super. Ich verbrachte die meiste Zeit mit umherlaufen oder auf der Toilette sitzend. Es war so eine entspannte Atmosphäre, ich dachte nicht, dass es wirklich schon los geht. Um 10.00Uhr ist unsere Tochter aufgewacht und mein Mann hat sich von da an um sie gekümmert, so war ich ganz für mich alleine. Bis irgendwann so zwischen 12.00Uhr und 13.00Uhr bin ich meist umhergelaufen, immer wenn eine Welle kam, habe ich ganz tief und langsam geatmet, mich irgendwo festgehalten. Sitzen / Liegen / Gymnastikball /Bett habe ich nur kurz ausprobiert, war aber nicht das Richtige für mich.

Geburtspool

WÄHREND DER GEBURT – 2H BEVOR ELYAH DAS LICHT DER WELT ERBLICKTE

Zwischen 12.00Uhr und 13.00Uhr entschloss ich mich, in den aufblasbaren Geburtspool zu gehen. Einerseits, weil ich kalt hatte und ich mich auf das Wasser und die Wärme freute, andererseits wusste ich immer noch nicht, ob das bereits ‚richtige Wellen‘ waren, oder nur ‚Übungswellen‘, die dann im Wasser wieder fortgehen. Ich stieg also ins Wasser, die Wellen waren zu diesem Zeitpunkt so ca. alle 4 min, aber immer noch sehr angenehm zu veratmen. Unsere Tochter kam auch noch kurz in den Pool und planschte mit mir, dann nahm sie mein Mann mit in ein anderes Zimmer und liess mich allein. Ich brauchte die Ruhe und das Alleinsein, damit ich mich ganz auf die Geburt konzentrieren  und mich völlig gehen lassen konnte. Ich lehnte nur kurz sitzend mal an den Rand in Rückenlage, fühlte mich allerdings unwohl und passiv. Verbrachte also die Zeit im Pool im Schneidersitz oder kniend. Es folgten einige Wellen die etwas stärker waren, ich konnte sie allerdings wunderbar veratmen mit ganz bewusster langsamer, tiefer Atmung. Während der ganzen Zeit im Pool hörte ich die englische Version der Hypnobirthing CD.

Plötzlich hatte ich das Gefühl, ich müsse runter Atmen und ein wenig mitschieben, die Wellen dabei waren kräftig, aber nicht wirklich sehr schmerzhaft. Zwischen den Wellen war ich ganz euphorisch und es ging mir immer phantastisch. Kurz darauf griff ich aus Neugierde mal in meine Vagina, weil ich das Gefühl hatte, da wäre etwas. Welch eine Überraschung……ich spürte gleich mit meinem Finger den Kopf des Kindes ganz unten!!!!!! Ich konnte es kaum glauben. Ich dachte, mit so wenigen sanften Wellen, dass das noch Stunden dauern würde!!! Aber Nein!!! Ich war ausser mir vor Freude, wusste, jetzt kommt gleich das Baby raus. Ich befand mich kniend im Wasser und hielt beide Hände vor den Scheidenausgang. Eine gewaltige, unglaubliche Welle erfasste mich, eine Urkraft durchströmte meinen Körper. Aber es war nicht wirklich schmerzhaft, sondern mehr ein Druck und ein leichtes Brennen, mehr nicht. Und das Köpfchen des Babys gebar ich in meine Hände! Ich werde diesen Augenblick nie in meinem Leben vergessen, es war so schön und überwältigend!!!!! Während dieser Welle habe ich tief geatmet, und ich gab ein tiefes ‚AHHH‘ von mir. Patrick kam in diesem Moment in das Badezimmer und ich lachte und sagte: ‚Das Köpfchen ist da!!! Es ist da!!‘ Patrick konnte es kaum glauben, er liess mich nochmals alleine und in diesem Moment kam nochmals so eine Welle und ich gebar das ganze Baby in meine Hände!!!! Danach kam gleich Patrick mit unserer Tochter rein und die beiden bestaunten das Baby. Es war genau 15.00Uhr als unser Sohn Elyah Yanis das Licht der Welt erblickte.

Diese Geburt war für mich ein so wunderbares, schönes, spirituelles Erlebnis, das ich nie in meinem Leben vergessen werde. Ich bin unendlich dankbar für diese wunderschöne Erfahrung und wünsche jeder Frau dasselbe. Ich wünsche mir, dass die Frauen wieder auf ihre eigene Kraft vertrauen und ihre Macht nicht an Medizin / Krankenhaus / Ärzte und Hebammen abgeben sondern begreifen und erleben, dass Geburt etwas Natürliches, Einfaches und Wunderschönes ist, wofür der Körper der Frau geschaffen ist.

So durfte ich erfahren, was es heisst ein Kind zu gebären, ein Wunder mitzuerleben, die Kraft und Schönheit der Natur durch mich fliessen zu lassen. Ich wiederhole mich nochmals, es war einfach ein unbeschreiblich schönes Geschehen, dass ich immer in meinem Herzen tragen werde!!!!!!!

Was  für mich entscheidend für diese wundervolle Geburt war:

  • alleine Gebären (keine Zuschauer)
  • zu Hause gebären in der Umgebung, in der ich mich wohl fühle
  • Geburtspool, Element Wasser
  • Hypnobirthing CD

Vorbereitung auf die Geburt:

  • Hypnobirthing Kurs
  • tägliches Üben der Atmung und Hören der Hypnobirthing CD
  • Schwangerschafts Yoga
  • Meditationen
  • Reiki
  • Dammassage / Epi-No Gerät
  • positive Grundeinstellung, Affirmationen

Nadine ist eine unserer Kongress-Expertinnen. Mehr über sie findest du auf www.babyglueck.ch.

Die Geburtsberichte von ihren weiteren Kindern Leonie-Mahla und Ayleen-Huyana sind in ihrem neuen Buch „Vom Glück der natürlichen Geburt“ enthalten.


 

Ich nutzte also jede kommende Welle ganz bewusst, habe mir dabei vorgestellt, wie ich ganz weit und offen bin und das Baby runterrutschen kann. (…) Ich war so voller Freude, ich konnte gar nicht mehr anders als nur noch lauthals Lachen und kaum mehr aufhören.

Geburtsbericht Anael Maitreya

Eine rasante, wunderschöne Hausgeburt in 1½ h – Nadine Simone Wenger

In der Nacht vom 06.06.2010 auf den 07.06.2010 bin ich aufgewacht, da ich ein leichtes Ziehen im unteren Rückenbereich spürte. Als ich auf’s Klo ging, bemerkte ich leicht rötlichen Ausfluss. Ich ging ins Wohnzimmer, hörte Musik, massierte ein wenig den Bauch und sprach mit dem Baby. Dann habe ich noch Wäsche zusammengelegt und unsere Katzen gefüttert. Elyah wurde wach und so ging ich wieder zurück ins Bett, habe danach noch ganz friedlich geschlafen. Um 07.00Uhr war Elyah dann definitiv wach, da er am Vorabend früh eingeschlafen ist, und so sind wir zusammen aufgestanden.

Der Tag war bedeckt zwischendurch hat es geregnet, deshalb blieben wir meist drinnen. Ich spürte immer wieder mal ein ganz leichtes Ziehen, wie auch den Tag zuvor schon, nachdem mein Mann und ich miteinander geschlafen hatten. In dieser Nacht war ich noch nicht soweit, ganz loszulassen, wollte lieber nochmals ausgiebig schlafen, nun freute ich mich jedoch auf die Geburt, und hoffte, dass es bald soweit sei. Den ganzen Tag über habe ich bewusst nur sehr wenig und gesunde, leichte Kost zu mir genommen, um den Geburtsvorgang damit zu unterstützen. Prompt hatte ich auch leichten Durchfall, mein Magen war also wirklich so gut wie leer, was die Geburt wesentlich erleichtert.

Abends kam mein Mann erst um 20.00Uhr von der Arbeit nach Hause. Ich spürte dabei das Ziehen etwas stärker, aber immer noch sehr angenehm, ca. alle 8 Min während ½ Min. Ich wusste nicht, ob es nun wirklich losgehen würde, hatte aber intuitiv das Bedürfnis, dass er möglichst schnell unseren Kachelofen anfeuern und den Geburtspool nochmals aufblasen sollte, was er auch sofort tat. Er zündete auch überall die Kerzen an, füllte die Duftlampen und legte Entbindungsduft und Öle bereit. Leonie hatte mir am Nachmittag noch ein Sträußchen Blumen von der Wiese gepflückt, für die Geburt. Alles war bereit, und ich habe dann noch alles photographiert. Hier die Photos davon:

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Zuerst setzte ich mich noch kurz in die Heilpyramide, die wir aufgestellt hatten. Die Wellen (=Wehen) fühlten sich darin noch etwas angenehmer an, aber ich hatte stark das Bedürfnis nach Wärme und Wasser, deshalb ging ich ins Badezimmer und begann, den Pool zu füllen. Ich atmete langsam und tief während den Wellen,  welche schon etwas stärker, aber immer noch sehr angenehm waren. Ich hatte das Gefühl, das Füllen des Pool’s dauert ewig. Mein Mann Patrick kümmerte sich inzwischen um unsere beiden Grossen und brachte sie zu Bett.

Als der Pool genügend gefüllt war, ließ ich mich hinein sinken in das warme Wasser, was sogleich ein großes Wohlgefühl gab. Insbesondere im Bereich des Rückens brauchte ich die Wärme. Die Musik-CD nahm ich raus und wechselte zur Hypnobirthing-CD, die englische Version von Magie Mongan. Diese CD hörte ich ja bereits täglich vor dem Einschlafen und sie war auch schon bei der zweiten Geburt eine große Hilfe. Ich entspannte mich sofort. Falls ich also nochmals gebären sollte: warmes Wasser und die Hypnobirthing-CD sind für mich ein absolutes Muss!

Ich schaute auf die Uhr, es war nach 21.00Uhr und ich merkte, wie die Wellen stärker wurden. Also doch kein Fehlalarm, ich freute mich riesig. Gemütlich saß ich im Pool und atmete bei jeder Welle tief und langsam ein und vor allem auch aus. Dabei schaute ich zum Fenster hinaus. Welch friedlicher Anblick, draußen die Berge, die grüne Natur und drinnen das Kerzenlicht. Ich hörte Kuhglocken-Gebimmel und das Zirpen der Grillen. Es wurde langsam Abend und dämmerte bereits.

Bei Elyah hatte ich das Gefühl, unendlich Zeit zu haben und war sehr gelassen. Nun bei Anael hatte ich ein anderes Gefühl, eine innere Unruhe im Sinne von bewusst gewollter Aktivität. Ich wollte, dass es schnell vorwärts ging. In mir drin dachte ich mir: ‚schön und gut, so gemütlich zu veratmen, aber ich möchte nun, aktiv werden’. So öffnete ich das Fenster und begab mich auf die Knie. Die kühle, hereinströmende Abendluft tat gut. In der einen Hand hielt ich meine Geburtssteine, drei Aprikonsenachate und ein roter Jaspis. Mit der anderen Hand hielt ich mich am Griff des Fensters fest, ließ mich daran hängen, so konnte der untere Körperbereich noch mehr loslassen und entspannen. Die Wellen wurden sofort ganz stark. Dies war für mich das Zeichen, dass es vielleicht schon soweit sei, dass ich das Baby runteratmen kann, obwohl noch kaum Zeit vergangen war, seit ich im Pool saß. Ich merkte, dass ich auch während den Wellenpausen im langsamen Atemrhytmus bleiben musste, um nicht aus der ‚Konzentration’ zu fallen. Ich nutzte also jede kommende Welle ganz bewusst, habe mir dabei vorgestellt, wie ich ganz weit und offen bin und das Baby runterrutschen kann. Ich atmete tief und intensiv aus, schob dabei etwas mit. Schon nach kurzer Zeit spürte ich Anael im Geburtskanal. Es fühlte sich an, als ob etwas ganz Großes mich dehnen und weiten würde. Etwa zwei Wellen später griff ich in die Vagina um zu schauen, ob tatsächlich was zu ertasten ist. Ich fühlte etwas kleines, Glibbriges. Ich fragte mich, ob das wohl die Fruchtblase oder ein Fuß sei. Die Wellen wurden noch intensiver, aber angenehmer, mehr wie ein Wahnsinns-Druckgefühl. Eine Welle später rutschte er ganz hinunter und ich konnte bereits den Kopf in mir drin ertasten. Ich war ganz euphorisch. Mit der nächsten Welle schob sich ganz langsam der Kopf hinaus, ich machte mit den Händen den Dammschutz. Dabei atmete ich zuerst ganz tief, stöhnte, meine Stimme hob sich an und ich brach in schallendes Gelächter aus. Ich war so voller Freude, ich konnte gar nicht mehr anders als nur noch lauthals Lachen und kaum mehr aufhören. Der Kopf unseres Babys war geboren. Es war 22.23Uhr. Im schummrigen Kerzenlicht konnte ich nichts erkennen, aber ich tastete mit den Händen nach dem Baby. Ein ganz samtweiches Köpfchen und winzige Ohren, welch ein Wunder! Ich war überwältigt. Ich wartete auf die nächste Welle, es kam mir wieder vor wie eine Ewigkeit. Aber es dauerte nur eine Minute, dann war Anael Maitreya geboren. 22.24Uhr, nach knapp 1 1/2h Geburt.

Ich hob ihn sanft aus dem Wasser und nahm ihn ganz Nahe zu mir in den Arm. Wie friedlich doch alles war, umgeben von Kerzenschein.Die Zeit schien still zu stehen, welch erhabener Moment voller Glück! Und da kam auch bereits Patrick ins Badezimmer und war höchst erstaunt, dass unser Baby schon da war. Ich schaute Anael genauer an……ein Junge! Wir mussten beide Lachen, da wir dem Gefühl nach mit einem Mädchen gerechnet hatten. Wir freuten uns beide einfach riesig! Ein so großes Geschenk, dieses gesunde Kind und diese wunderschöne, einfache Geburt. Anael war dabei ganz ruhig und ich blieb noch eine Weile im Wasser. Als er anfing zu schreien half mir Patrick aus dem Pool und ich stieg die Treppen hinauf ins Schlafzimmer. Anael nuckelte zufrieden an der Brust und schlief ein.

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ANAEL GLEICH NACH DER GEBURT

Etwa eine Stunde später schaute ich, ob die Plazenta rauskommen würde, aber es war noch zu früh. Also kuschelte ich mich wieder ins Bett und döste vor mich hin. So gegen 2.00Uhr morgens waren wir wieder wach und ich ging in die Hocke, drückte sanft auf den Bauch und versuchte ganz leicht zu ‚Pressen’, jedoch ohne Erfolg. Anael war noch immer mit der Plazenta und mir verbunden, da wir eine Lotusgeburt wollten, wie bei Elyah. Es war nun also etwas umständlich für mich, mit der kurzen Nabelschnur in der Hocke zu bleiben. Meine Schwester als angehende Hebamme, hatte mir noch am gleichen Tag den Tipp gegeben, in eine Flasche zu pusten, falls die Plazenta nicht rauskommen sollte. Ich hatte keine Flasche bereit, also pustete ich einfach zweimal kräftig in meine Hand. Et voilà, schon kam die Plazenta mühelos rausgerutscht ins Sieb über der Schüssel, welches ich bereithielt. Ich war doch erleichtert, nun konnte das Wochenbett beginnen.

Nadine ist eine unserer Kongress-Expertinnen. Mehr über sie findest du auf www.babyglueck.ch.

Die Geburtsberichte von ihren weiteren Kindern Leonie-Mahla und Ayleen-Huyana sind in ihrem neuen Buch „Vom Glück der natürlichen Geburt“ enthalten.

Und hier siehst du ihr 5. Baby, ihre 4. Alleingeburt, geboren im Februar 2016.


Wow, DAS ist jetzt unsere Geburt? So schön kann das sein?

Ich hatte im Vorfeld solche Angst vor meiner dritten Geburt. Einmal, weil die Schwangerschaft so nebenbei verlief, dass ich mich noch nicht bereit fühlte, in die Geburt zu gehen. Und auch, weil ich Geburt so sehr mit Schmerz und Trubel verband. Beim ersten Kind hatte ich eine traumatisierende, gewaltsame Klinikgeburt. Zwar bekam ich meine zweite Tochter schon zuhause, aber so richtig friedlich war das auch nicht. Es war an sich schon eine Urgewalt. Es war mir aber auch viel zu viel los: das Theater mit dem hektischen Pool-Befüllen, dazwischen die Schwiegermutter, die die große Tochter abholt, zwei Hebammen, mein Mann und viel zu viel Reden und Diskutieren …

Als ich mit den Wehen nicht mehr umgehen konnte, habe ich die Geburt gedanklich an die Hebamme abgegeben. Sie sollte mir da durch helfen und ich habe ab diesem Moment sehr gelitten, war total aus meiner Mitte geraten. Zum Glück ging es damals so schnell. Ich war danach irgendwie desillusioniert und mit der Geburt nicht wirklich zufrieden. Ich hatte mir das so anders vorgestellt.

Das wollte ich kein zweites Mal. Meine Wunschvorstellung war, dass ich einfach mal nachts das Kind bekomme, ohne das ganze Drumherum, nur mit meinem Mann, den ich gern teilhaben lassen wollte und der von der Idee einer Alleingeburt so richtig begeistert war. Ich hatte ihm Sarah Schmids „Alleingeburt“ zu lesen gegeben, woraufhin er geradezu euphorisch wurde. So wünschten wir uns diese Geburt.
Die Wirklichkeit war dann aber noch viel schöner als die Wunschvorstellung. Ich habe die Kinder mit Büchern, viel Erzählen und einigen schönen HG-Videos im Vorfeld schon vorbereitet, weil mir klar war, dass ich die Schwiegermutter nur im Notfall zur Kinderbetreuung holen wollte und meine Töchter viel lieber dabei hätte, falls es sich ergibt.

Es war eine Geburt auf Raten. Über etwa eine Woche verlor ich immer wieder etwas Schleim, hatte schöne kräftige Übungswehen. Etwa drei Tage vor der tatsächlichen Geburt, als gerade ein größeres Stück des „Muttermundsiegels“ abgegangen war, legte ich fest: So, ich bin dann mal unter der Geburt. Mir war zwar klar, dass es noch dauert, aber ich sah, wie toll mein Körper (vor-)arbeitete und dass es nun kein Zurück mehr gab. Meine Ängste lösten sich und ich fasste Vertrauen in meinen Körper.
Mein liebstes und hilfreichstes Geburtsmantra war: Mein Körper arbeitet nicht gegen mich. Ich bin mein Körper.
Bei so toller Vorarbeit musste die Geburt ganz bestimmt schnell und leicht sein und so war es dann auch.

Ich hatte am Samstag Abend, 4 Tage nach ET, wieder gute Übungswehen. Schön regelmäßig im 5min-Abstand, nur eben ganz leicht. Wir gingen gegen 23 Uhr zu Bett. Zum Vorschlafen, denn wer weiß, wann man wieder zum Schlafen kommt.
Zwei Stunden später stand ich wieder auf, denn die Wehen blieben. Sie waren zwar immer noch nicht schmerzhaft aber mein überstarker Bewegungsdrang, den ich schon unter den Wehen der letzten Geburt hatte, setzte nun ein. Heute wird jemand Geburtstag haben. Ich war voller Vorfreude und tigerte meine bewährten Wehenrunden, unterbrochen von mehreren Toilettengängen und noch einmal Hübschmachen. Ich hatte mir ein schönes Kleid angezogen, die Haare hochgesteckt und mich sogar geschminkt. War zwar skurril, so mitten in der Nacht aber erstens hab ich das irgendwie zum Geburt-Feiern gebraucht und zweitens musste ich das ja niemandem erklären. Dabei sprach ich mit meinem Baby und genoss seine letzten Bewegungen in meinem Bauch. Bald würde ich endlich wissen, wer unser drittes Kind eigentlich ist.

Halb drei weckte ich meinen Mann. Er sollte mir ruhig etwas Gesellschaft leisten. Ich kam zwar gut zurecht, aber die Wehenabstände wurden immer kürzer. Wenn ich ihn wecken wollte, ohne die Kinder mit aufzuscheuchen, musste ich jetzt nach oben, wo es die Ruhephasen noch zuließen.

Wir haben ein bisschen geplaudert und gescherzt, ob wir nebenbei eine Runde Kniffel spielen wollen, denn wirklich schmerzhaft fand ich die doch recht starken Wehen immer noch nicht. Einzig das zwanghafte Rumlaufen strengte mich sehr an. Dieser Wehenschmerz, den ich von meiner ersten Geburt (in Käferhaltung) kannte, war zwar zu erahnen, löste sich aber in angenehme Empfindungen auf, sobald ich so schnell ich konnte, gelaufen bin. Ich habe genau gespürt, wie gut der MM durch die Bewegung und den Druck des Köpfchens arbeitet. Ich habe mich so stark, sicher und weiblich, wie noch nie gefühlt und die Wehen teilweise sogar als lustvoll empfunden. Und ich dachte immer wieder “wow, DAS ist jetzt unsere Geburt? So schön kann das sein?”

In einer Wehenpause, als ich meinem Mann gerade sagte, dass es nun langsam reicht (eher aus Ungeduld, denn Schmerz empfand ich nicht), platzte die Fruchtblase mit einem riesen Schwall Fruchtwasser. Das war 3.55 Uhr. Mein Mann holte was zum Aufwischen und eine neue Einlage für mich. Dann der Schreckmoment: da war was Grünes. Klares Fruchtwasser zwar, aber da schwamm etwas dunkles, was mich für den Moment sehr verunsicherte.
Bei Mekoniumabgang im Bauch müsste sich doch eigentlich alles verfärben, hier war das nicht der Fall. An dem Punkt entschloss ich mich, nun doch meine Hebamme dazu zu rufen. Ich fühlte zwar keine Not und spürte auch mein Baby, wie es sich bewegt, aber ich wollte, dass mein Kind direkt nach der Geburt ohne Wartezeit von meiner Hebamme untersucht wird. Wenn sie nun doch bei der Geburt dabei ist, dann ist es eben so. Das grüne Zeug hat mich so erschrocken. Ich wusste aus Sarahs Buch, dass grünes Fruchtwasser kein Grund zur Panik ist. Aber das war so anders …

Um 4 rief mein Mann also die Hebamme an und sie wollte sich auf den Weg machen.
Kaum hatte er aufgelegt, kniete ich mich vors Sofa. Mein Bewegungsdrang war verschwunden und ich beschloss, dass das Baby nun raus kommen soll. Es folgte die vielleicht kürzeste Übergangsphase aller Zeiten. Ich suchte etwas planlos eine geeignete Gebärposition, faselte dabei irgendetwas zusammenhanglos vor mich hin und suchte Halt. Das war´s. Ich fand schließlich eine stimmige Position, kniend vorm Sofa, die Unterarme auf die Sitzfläche und ein dickes Kissen gestützt, ich das ich mich rein klammern und während der Wehe rein brüllen konnte. So spürte ich den ersten Pressdrang und schob sehr vorsichtig mit.
In dem Moment hörte ich hinter mir ein kleines Stimmchen durchs Babyphon: „Mamaa?“
Jackpot. An genau dem Punkt, wo es kein Zurück mehr gibt, werden die Kinder wach. Na gut, was will man machen? Mein Mann holte die zwei verschlafenen Mäuschen runter und setzte sie vor mich aufs Sofa, von wo aus sie gespannt zuschauten. „ Mama, was machst´n du da?“
Ich musste so lachen, das war ein Bild!
Ich hatte so tolle, wirklich entspannende Pausen zwischen den kräftigen Presswehen, so dass ich freudig mit den Kindern sprechen konnte. „Alles gut, ihr Lieben, unser Baby kommt jetzt raus. Achtung, Mama wird gleich laut – WEHE mit Kissenbrüllen – Mama geht’s gut, ich brüll nur ein bisschen mit, weil das gut tut.“ Das haben sie völlig angstfrei so hingenommen, wir hatten das ja vorher oft besprochen und dank Kissen war ich nicht mal besonders laut.
So kam ich mit dem Pressen ganz gut voran, spürte das Baby Zentimeter für Zentimeter tiefer rutschen, bis ich seine Haare direkt vorm Tor zur Welt streicheln konnte. Dann sagte ich seelenruhig zu meinem Mann: „Jetzt oder mit der nächsten kommt es. Du bist bereit zum Auffangen?“ Er dachte ich scherze, weil er durch meine Ruhe nicht gedacht hätte, dass es wirklich gleich geschafft ist.
Während ich presste, musste ich an euch denken, die ihr immer geschrieben habt, wie ihr euer Kind einfach nur sanft raus geatmet habt. IHR LÜGT DOCH ALLE!!! Das geht doch gar nicht. Oder ich tauge vielleicht einfach nicht für sanfte Geburten. Dieser Pressdrang war eine Urgewalt, der ich mich nicht eine Sekunde widersetzen konnte.
Der Ring of Fire – und dann die fieseste Wehenpause überhaupt. Frechheit. Aber so, wie ich da knie, bin ich trotz des Brennens so unglaublich glücklich. Ich schaffe es, ich bekomme dieses Kind hier und jetzt. Aus eigener Kraft und Intuition. Ich schaffe das hier gerade wirklich ganz allein. Und das Brennen hab ich von der letzten Geburt auch schlimmer in Erinnerung. Das ist jetzt der durchaus erträgliche Höhepunkt. Schlimmer wird es nicht mehr und in wenigen Sekunden werde ich mein Kind im Arm haben. Ich bin so voller Freude, ich vertraue meinem Mann, dass er das Kind auffängt, denn ich brauche meine Hände zum Abstützen, ich höre, wie meine Mädchen jubeln und mich anfeuern und weiß, dass ich ihnen gerade ein großes Geschenk mache. Abgesehen vom Geschwisterchen schenke ich ihnen ihr Bild, das sie von Geburt haben werden. Sie wissen nun, wie schön, kraftvoll, würdevoll und leicht es sein kann. In diesem Moment präge ich meine Töchter und jubele vor Freude laut mit „Jaa, Baby, komm raus, komm zu uns!“
Der Kopf wurde geboren und ich höre ein deutliches Quietschen und Schmatzen hinter mir. Das war so skurril, da steckt dieses Kind zwischen zwei Welten und macht diese lustigen Geräusche. Wieder musste ich lachen. Mein Mann war etwas zu vorsichtig mit dem Festhalten, es fühlte sich nicht richtig an. Ich sagte: „Lass den Kopf mal los, das Baby muss sich drehen. Nicht halten.“ Er nimmt die Hände weg, ich spüre die Drehung deutlich und sage „Pass auf, jetzt geht es schnell!“ Ich schob mit der nächsten Wehe mit. Mein Mann sagte: „Die Schultern sind da, hör mal kurz mit Pressen auf.“ Wie soll den dass gehen?! Ach, ich erinnerte mich und pustete Kerzen aus. Später sagte er mir, mein Damm sei bei den Schultern an einer Stelle etwas bläulich geworden und er wollte mich bremsen, damit ich mich nicht verletze. Dass er das so gut erkannt und dann noch so besonnen reagiert hat… Er hätte ja auch rufen können „Stopp, stopp, du reißt!“ Aber nein, er war die Ruhe selbst und konnte mich mit ruhiger Stimme tatsächlich ausbremsen, ohne mich zu verunsichern oder gar verkrampfen zu lassen. So ein großartiger Geburtshelfer, mein Mann. Tja und dann kam das kleine Menschlein mit einem großen Schwall Fruchtwasser aus mir herausgeglitten. Das war es schon. Ich schrie vor Freude, die Mädels jubelten, mein Mann strahlte bis über beide Ohren.

Die Nabelschnur war recht kurz. Wir mussten erst einmal probieren, wie ich mich umdrehen und hinsetzen konnte, wie wir das kleine Menschlein gemeinsam auf meinen Bauch bekommen. Es war ein wenig kompliziert. Es wurde nicht einfacher dadurch, dass ich einfach nicht aufhören konnte zu brüllen „Das Baby ist da, das Baby ist da, ich hab´s geschafft, es ist daaa!“
Irgendwie haben wir uns dann doch zusammen hinsetzen können. Da huschte mein Blick fast nebenbei zwischen die kleinen Beinchen. Eine dritte Prinzessin. Eine Schönheit, ein perfektes, waches, entspanntes Kind. Was von seiner ganzen Familie so freudig herbeigesehnt, gemeinsam auf die Welt gebracht und unter Applaus und Freudenschreien begrüßt wurde …

Es war erst 4.20 Uhr. Vor einer halben Stunde hatten wir noch gescherzt und allein gewartet. Mein Mann musste sich erst mal setzen und durchatmen. Nach einigen Minuten holte er die Kamera. Ich habe Bilder, wie ich das Baby an mich drücke, wie die großen Schwestern strahlen und mir auf die Schulter klopfen. Herrlich.

Ich saß unbequem, die Nabelschnur war so kurz. Aber sie pulsierte noch so schön, ich ließ meiner Kleinen diese wertvollen Minuten.
Wir hatten noch Zeit zum Besinnen, die Hebamme hörten wir erst etwas später die Tür aufschließen.
Mein Mann begrüßte sie mit „Nur die Ruhe, das Baby ist schon da, die schmusen.“ „Jaja, klar ..“ Sie dachte, er macht Witze. Ich hatte ihr nicht erzählt, dass ich mir eine Alleingeburt wünsche. Ich wollte ihr nicht das Gefühl geben, sie nicht zu brauchen, denn das stimmt nicht. Ohne sie im Hintergrund, der ich so vertraute, die ich rufen konnte und gerufen habe, als ich Angst hatte, wäre es nicht dasselbe gewesen.
Sie hat dann mit meinem Mann abgenabelt und mir bei der Plazentageburt geholfen.
Das „Grüne“ entpuppte sich dann als Eihaut. Das Fruchtwasser selbst war klar, aber die Eihaut und Teile der Plazenta waren grün verfärbt … Warum auch immer.

Unsere kleine Prinzessin war und ist kerngesund und bis auf diesen einen Schreckmoment nach dem Blasensprung war diese Geburt das stolzeste, schönste und stärkendste, was ich je erleben durfte. Wir alle lieben unsere Kleinste über alle Maßen. Die Schwestern sind so stolz, verliebt und irgendwie ehrfürchtig …
Und wir Eltern sind durch diese gemeinsame Alleingeburt stärker verbunden als je zuvor.

Es war ein Fest und genau der richtige Weg für mich. Aber gerade jetzt, wo die Zukunft freiberuflicher (HG-) Hebammen und naheliegender Entbindungsstationen ungewiss bis düster ist, soll die Alleingeburt bitte nicht als neuer Trend aufgrund von Hebammenmangel verstanden werden.
Eine Alleingeburt ohne kompetente Hebamme oder erreichbare Klinik im Hintergrund sehe ich kritisch.
Die Entscheidung zur Alleingeburt MUSS aus der Frau selbst heraus, aus tiefster Überzeugung passieren.

Wenn ich eine Alleingeburt mache, weil ich keine Hebamme gefunden habe, aber nicht ins KH möchte oder wenn ich es mache, weil ich mir oder jemand anderem etwas beweisen will, dann hat das nichts mit dem hundertprozentigen Vertrauen in mich, mein Baby und unsere Geburtsarbeit zu tun. Hier geht automatisch ein großer Teil Intuition verloren! Wenn dann nicht alles ganz glatt läuft, kann eine gefährliche Angstspirale einsetzen. Irgendwas stimmt nicht (egal, ob es “nur” ein Gefühl oder ein greifbares Problem ist) – ich verkrampfe, habe Angst – die natürliche Hormonlage unter der Geburt wird gestört – es entsteht ein höheres Risiko für tatsächliche / schlimmere Komplikationen.

Ich war an der Grenze meiner Kompetenz, als das Fruchtwasser auffällig war und ich habe meine Hebamme angerufen. In dem Wissen, sie kommt gleich und weiß Rat, konnte ich mich wieder entspannen und die Geburt beruhigt (und bis zur Nachgeburtsphase allein) zu Ende bringen.
Ohne meine mir vertraute Hebamme, wäre aus Unsicherheit Angst geworden und diese hätte ganz sicher meinen Geburtsprozess gestört.

Wenn die nächste Alternative zur Alleingeburt nicht die Konsultation einer HG-Hebamme ist, sondern die Fahrt in eine Klinik, dann sehe ich die Gefahr, dass zu lange gezögert wird. Vielleicht weil man sich dies ersparen will. Weil man im KH als bekennende HG-Mutter schlecht behandelt wird, weil man dies nicht vorher durchgeplant hat, weil die Geburtsklinik nicht mehr im Nachbarort, sondern eine halbe Stunde Autofahrt entfernt ist. Dann entscheidet man sich je nach Situation vielleicht dagegen oder überlegt einige Minuten zu lange. Hebammen und (erreichbare und qualitativ hochwertige) Entbindungsstationen sind auch für Alleingeburtsmütter NICHT VERZICHTBAR! Ohne diese im Hintergrund hätte ich niemals diese wundervolle Geburt gehabt, an die ich mich für den Rest meines Lebens in Dankbarkeit und Freude erinnern werde.

S.

 


 

Es war einfach nur schön – sehr genussvoll, sehr intim, sehr vertraut. Die Gefühle, die mich an dem Tag begleitet haben, sind kaum in Worte zu fassen. (…) Das war ein einmaliges, kaum zu toppendes sexuelles Erlebnis!

Liebe Kiria,

es sind manchmal die Zufälle des Lebens, die einem eine Tür zu einem neuen Bewusstsein öffnen…

Zufällig sprach ich vor einigen Tagen mit einem mir zwischenzeitlich sehr vertrauten Menschen (meine „beste männliche Freundin“) über etwas, was mich schon seit fast 10 Jahren beschäftigt, was ich mich aber noch nie getraut habe öffentlich zu sagen, weil ich mich selber für „unnormal“ gehalten habe: Ich habe bei der Geburt meiner letzten Kinder eine noch nie so empfundene und in dieser Form auch niemals wieder erlebte sexuelle Lust gehabt! Ihr Artikel in der Hebammen-Fachzeitschrift 2011 „Lustvoll Gebären – Mythos oder Möglichkeit?“ macht mir jetzt sehr viel Mut, offen dazu zu stehen. Mein Freund hat diesen Artikel im Archiv des Diakoniekrankenhauses Rotenburg entdeckt und mir zukommen lassen.

Ein bisschen was zu „meiner“ Geschichte:

Insgesamt habe ich vier Kinder zur Welt gebracht. Meine erste Tochter, heute 16, ist als Frühchen 8 Wochen zu früh auf die Welt gekommen. Diese Geburt war in erster Linie von Angst begleitet – an andere Empfindungen kann ich mich nicht mehr erinnern. Sie hatte aber nie Startschwierigkeiten, es war alles supergut.

Die Geburt meiner zweiten Tochter im Jahre 1997 war der schlimmste Alptraum auf Erden. Es ist alles schief gegangen, was nur schief gehen konnte. Mir ging es während und nach der Geburt sehr, sehr schlecht – meine Tochter durfte nur zwei Tage auf der Erde verbringen und wurde dann zu den Engelchen gerufen. Ein Chefarzt hat damals entschieden, dass ich in seiner Klinik entbinden sollte, anstatt mich in eine entsprechend ausgerüstete Fachklinik zu verlegen.

Trotz dieses Erlebnisses war ich bereits 6 Monate später wieder schwanger – eine seelische Katastrophe für mich. Als ich das Kindchen das erste Mal bewusst gespürt habe, konnte ich mich darauf einlassen. Mein erster Sohn kam „normal“ im Krankenhaus zur Welt – allerdings kamen Arzt und Hebamme erst zur Geburt dazu, als er schon fast da war –vielleicht ein bisschen meine Schuld, ich hätte ja auch eher rufen können. Als ich meinen damaligen Mann losschickte, um Unterstützung zu holen, kam er erst einmal unverrichteter Dinge zurück, da man – auf einem Sonntag –gerade mit einer weiteren Gebärenden zu tun hatte – die sehr zu leiden schien. Eigentlich hat es mich nicht gestört – aber meine Empfindungen habe ich damals auch noch nicht richtig gedeutet. Gestört hat mich nur die Negativeinstellung der anderen Frau, die sie lauthals im ganzen Kreissaal kund tat.

Mein zweiter Sohn – mein letztes Geburtserlebnis im April 2002 –ist mein Highlight!!! Und das, obwohl ich dieses Kind absolut nicht haben wollte. Entstanden ist er aufgrund eines Pillenversagers durch Antibiotika während eines Versöhnungsversuches mit meinem heutigen Exmann. Der Versöhnungsversuch misslang, ich stellte mich wieder auf eigene Beine, suchte mir einen Job, versorgte die beiden anderen Kinder und mich mit Unterstützung meiner Eltern alleine. Und stellte – viel zu spät, um Maßnahmen einzuleiten– fest, dass ich erneut schwanger war. Erste Anzeichen hatte ich entweder ignoriert oder nicht gedeutet, dass der Gedanke, noch ein Kind zu bekommen, so weit weg war. Festgestellt wurde die Schwangerschaft kurz vor dem 6. Monat– ich ließ es darauf ankommen, ich wollte das Kind ja eigentlich nicht. Keine Besuche beim Frauenarzt, nur eine Hebamme, die auch Hausgeburten begleitet. Meine Psyche war gegen das Kind – die Hebamme brachte mich auf ganz sanfte Weise dazu, dass ich anfing umzudenken. Es war eine Traumschwangerschaft – ich wurde von Tag zu Tag schöner, hatte überhaupt keine Beschwerden – nichts. Aus Gründen, die mir bis heute eigentlich verschlossen sind, lief alles wie geschmiert.

Eins stand für mich fest: Es sollte keine Klinikgeburt werden. Ich wollte mein Kind absolut selbstbestimmend ohne fremde Gerüche, ohne eine mir unvertraute Umgebung, usw. zur Welt bringen. Das war eine umso größere Herausforderung, da mein Sohn Beckenendlage hatte. Meine Hebamme war bereit, trotzdem mit mir die Hausgeburt zu wagen, da ich ja bereits über „Geburtserfahrung“ verfügte – und weil alles so perfekt lief.

Am großen Tag habe ich das ganze Klischee durchgezogen: Ich mutierte zur Glucke, umsorgte die beiden Kids, bis es nicht mehr ging, putzte das ganze Haus, kochte Essen für 2 Tage vor. Nachmittags rief ich meine Mutter an und bat sie, die beiden „Großen“ abzuholen. Die Hebamme habe ich um 17 Uhr angerufen – reichlich spät, wenn man bedenkt, dass mein Sohn bereits um 19 Uhr da war… Ich wollte aber Zeit für mich haben –und diese habe ich extrem genossen. Es war einfach nur schön – sehr genussvoll, sehr intim, sehr vertraut. Die Gefühle, die mich an dem Tag begleitet haben, sind kaum in Worte zu fassen.

Die Hebamme kam kurz nach 17 Uhr – schimpfte mit mir, dass ich Sie nicht vorher gerufen hatte (der Muttermund war fast vollständig eröffnet). Ich teilte ihr mit, dass ich vorher nicht das Gefühl hatte, sie rufen zu müssen. Ich glaube, dass es ihr etwas schwerfiel, mir zu glauben, dass ich bis dato weder Schmerzen noch sonst etwas hatte… Ein schönes heißes Bad sorgte dafür, dass ich überhaupt mal so „richtige Wehen“ bekam (die meine Lust eher noch gesteigert, als denn reduziert haben).

Das Baby drehte sich während der Geburt noch in die richtige Position – das störte meine Gefühle nicht im geringsten. Später meinte die Hebamme, dass sie während der Geburt das Gefühl hatte, dass sich weder mein Sohn noch ich sonderlich angestrengt haben. Sie hatte recht – haben wir auch nicht. Ich habe dieses extrem lustvolle Erlebnis einfach nur genießen wollen und es sollte mir durch rein gar nichts kaputt gemacht werden. Die Hebamme hat dies zum Glück auch ohne Rücksprachen beherzigt – im Vorwege hatten wir bereits abgemacht, dass wir einfach alles seinen Gang gehen lassen –und sie nur eingreift, wenn es dem Kind oder mir schlecht gehen sollte. Da weder das eine noch das andere geschehen ist kann ich heute behaupten: Das war ein einmaliges, kaum zu toppendes sexuelles Erlebnis!

Nach der Geburt blieb mein Sohn bei mir im Bett. Wir kuschelten uns eng aneinander – er fing an, an den Brüsten zu saugen – es war einfach nur herrlich!

Dieses Kind ist ein Sonnenschein – es gibt kaum etwas, was seinen Frohsinn, auch heute noch, trüben kann. Um nichts in der Welt würde ich den Kerl wieder hergeben wollen!

Ich habe die Frauen, die immer von sich behauptet haben, dass die Geburten so schrecklich waren, weil sie so weh tun, etc. pp. nie verstanden. In diesen Gesprächen habe ich mich auch nie zu meinen Gefühlen geäußert, weil ich bei allen Geburten etwas erlebt habe, was mir – so dachte ich auf jeden Fall immer – keine Frau nachempfinden kann.

Eine Frühgeburt ist speziell, eine Geburt mit ziemlichen Komplikationen ist speziell – aber was ich sowohl bei der Geburt von meinem ersten Sohn und noch intensiver, weil ich es sehr viel besser zugelassen habe, bei der Geburt meines zweiten Sohnes erlebt habe – das, dachte ich immer, kann dir sowieso keiner nachempfinden, da halten dich eh alle für verrückt. Ein Kind sollst du unter Schmerzen gebären – so steht es ja schon in der Bibel. Und ich empfinde nur Lust – das kann nicht richtig sein. Oder doch? Mein Sexualleben ist seitdem für mich intensiver – anders…

Hätte ich den richtigen Partner – ich glaube, ich hätte 15 Kinder J. Und das nur, weil die letzten beiden Geburtserlebnisse so intensiv und so super-super-schön waren.

Gern stehe ich Ihnen, liebe Kiria, für Rückfragen, etc. zur Verfügung. Ich danke Ihnen von Herzen, dass Sie mit Ihrem Artikel dazu beigetragen haben, dass ich mich nicht mehr für „unnormal“ halt, dass Sie mir die Tür geöffnet haben, dieses besondere Geburtserlebnis nach fast 10 Jahren endlich in meiner Gefühlswelt offen zu zulassen.

Herzliche Grüße

Antje


 

Als der Kopf geboren wurde brannte es und war gleichzeitig ein solch mächtiges Gefühl, ich spürte dann wie mein Mädchen alles genau richtig machte und sich so drehte wie es nötig war. Ich feuerte sie an und sagte ihr gleichzeitig, dass sie langsam machen soll, dass alles gut sei.

Geburt von Mila Aylin

 

❤ Wir haben vor Glück gelacht und Tränen der Freude geweint und nicht nur unsere Herzen sondern unser ganzes Haus war von Liebe erfüllt, als du geboren wurdest ❤ Mila Aylin ❤

Mir war schon vor der Schwangerschaft klar, dieses mal werde ich mein Baby zu Hause gebären. Dieses mal werde ich selbstbestimmt gebären. Dieses mal wird niemand anderes mir unter der Geburt oder auch nach der Geburt Angst machen, mich verunsichern, mir drohen oder Macht über mich ausüben.

Meine erste Geburt endete in einer sekundären Sectio. Während der zweiten Schwangerschaft habe ich gekämpft, bin gegen Windmühlen angelaufen und habe mehrmals den eingeschlagenen Weg verlassen und begleitenden Menschen den Rücken gekehrt, damit mein Traum einer natürlichen Geburt wahr werden konnte. Ich habe es geschafft, ich habe es allen gezeigt dass ich gebären kann auch wenn mir viele etwas anderes einreden wollten. Ich war stolz auf mich und meinen Körper und doch fehlte noch so einiges dazu, dass ich sagen konnte die Geburt war selbstbestimmt. Ich wusste ganz tief in mir da ist noch mehr.

Als ich nun letztes Frühjahr erfahren habe, dass wieder ein Wunder in meinem Bauch heranwächst, habe ich mich schon ganz zu Anfang bei meiner Hebamme gemeldet, die auch Hausgeburten betreut. Sie war gleich ein wenig unsicher, eigentlich betreut sie keine Hausgeburten nach Sectio. Da nun aber bei uns eine natürliche Geburt dazwischen lag und sie auch noch mit der Beleghebamme telefonierte, die mich bei dieser letzten Geburt begleitet hat und diese meinte sie wäre bei einer HG dabei, willigte sie ein mit mir eine Hausgeburt zu machen. Ich äusserte bei ihr den Wunsch nur den Organultraschall machen zu lassen und ansonsten die Untersuchungen durch sie machen zu lassen. Ich hätte in dieser Schwangerschaft eigentlich gar keinen Ultraschall gebraucht, die Verbindung zu meinem Baby im Bauch war von Anfang an so intensiv, dass ich eigentlich immer wusste, dass alles gut ist. Ich war mir auch schon ziemlich schnell sicher, dass das kleine Wesen in meinem Bauch ein Mädchen war, was sich dann im Organultraschall auch bestätigte.

Ziemlich schnell merkte ich, durch selbständiges messen, dass meine Nüchternzuckerwerte wieder zu hoch waren, dies war schon in der letzten Schwangerschaft ein Problem und brachte mir etliche Untersuchungen ein die eigentlich nicht nötig gewesen waren. Ich informierte meine Hebamme darüber und sie meinte ich solle einfach gut auf die Ernährung schauen, was ich natürlich auch machte. Den OGTT lehnte ich ab.

Sehr früh schon spürte ich die Kleine im Bauch und unsere Verbindung wurde noch ein wenig stärker. Ich las einige Bücher zu Geburt und Alleingeburt und ich setzte mich sehr damit auseinander was ich denke, was ich unter der Geburt brauchen werde damit ich so gebären kann wie ich das gerne will. Immer wieder, kam der Gedanken, dass ich wahrscheinlich am allerliebsten einfach alleine wäre. Ich schob diesen Gedanken immer wieder zur Seite, mein Mann müsste ja irgendwie schon dabei sein. Der Gedanke die Hebamme erst ganz spät oder dann vielleicht gar nicht dazuzurufen, war immer präsent in meinem Kopf und doch war ich froh, dann einfach zu wissen wenn ich mich nicht mehr sicher fühle dann kann ich sie anrufen.

Im September arbeitete meine Hebamme den ganzen Monat nicht und bat mich deshalb, noch einmal zum Gyn zu gehen. Dies tat ich widerwillig. Im US zeigte sich dann, das mein Mädchen gross und schwer werden würde. Der Arzt druckte mir die Kurven aus und sagte ich solle die der Hebamme mitbringen damit sie informiert sei.

Ich telefonierte dann Anfang Oktober mit meiner Hebamme und informierte sie darüber, sie fand das sei bestimmt nicht weiter schlimm. Als wir dann den nächsten Termin hatten, tastete sie und fand, dann auch, dass Baby ziemlich gross sei. Sie telefonierte mit der zweiten Hebamme die dann zur Geburt dazukommen würde, und diese meinte unter diesen Umständen (sekundäre Sectio bei der 1. Geburt, Dammriss 3.Grades bei der 2. Geburt und nun schweres Kind) wolle sie das Risiko einer HG nicht eingehen. Meine Hebamme meinte dann, wenn die andere nicht komme, dann werden wir wohl niemand anderen finden der mit ihr die Geburt macht. Meine Welt fiel zusammen, mein Traum zerplatzte. Meine Hebamme schickte mich dann noch zu einem anderen Gyn, da der Zuständige gerade im Urlaub war, sie aber noch eine aktuelle Schätzung wollte. Ich war hoffnungsvoll und dachte mir, vielleicht ist ja alles gar nicht so dramatisch und die Hausgeburt hat doch noch eine Chance.

Leider platzte auch diese Seifenblase, der Gyn schätzte bei 36+6 mein Baby auf 4100g. Er schrieb auf seinen Bericht, dass er klar von einer Hausgeburt abrate. Ich war verzweifelt, droht mich selbst und den Glauben an mich, an uns, zu verlieren. Irgendetwas in mir wollte kurz aufgeben. Stärkende und mutmachende Worte in einer Facebookgruppe haben mich wieder wachgerüttelt. Ich ging an diesem Abend trotzdem ins Schwangerschaftsyoga und danach wusste ich wieder ganz klar: Ich werde selbstbestimmt gebären. Ich und mein Baby wir werden das schaffen. Mein Baby ist für mich gemacht, es wird nicht zu gross für mich sein.

Ich setzte mich aber in den nächsten Tag vermehrt damit auseinander was für Komplikationen die Geburt eines grossen Babys haben kann, was wenn die Schultern stecken bleiben würden. Was kann man tun, was erleichtert mir die Geburt. Und ich las noch einmal Passagen aus dem Buch Alleingeburt und Meisterin der Geburt.
Erst dachte ich, ich müsse nun so einiges unternehmen, dass mein Mädchen so schnell wie möglich kommt, damit sie nicht viel mehr wächst. Je näher ich aber dem Termin kam, der von Anfang an extra ein wenig nach hinten verschoben war um Einleitungsstress aus dem Weg zu gehen, umso ruhiger wurde ich wieder. Offizieller Termin wäre der 9.11. gewesen und inoffizieller der 3.11. Ich sagte meiner Mutter, dass der 1.11. der Tag wäre an dem ich zu gebären plane. Wir lachten darüber.

Am 30.10. fuhren wir mit der Bahn auf unseren „Hausberg“ und gingen den steilen Weg hinunter. Ich erhoffte mir, dass dadurch das Köpfchen von meinem Mädchen den Weg in mein Becken findet.
Am nächsten Tag konnte ich kaum mehr gehen, weil ich solchen Muskelkater in den Waden hatte. Ich scherzte noch, dass nun bestimmt in der Nacht die Wehen anfangen würden und ich mich vor lauter Muskelkater ja kaum bewegen kann. Die Nacht durfte ich allerdings noch schlafen.

Aber am Dienstag morgen am 1.11. um ca. 5.00 Uhr wurde ich durch leicht schmerzhaftes Ziehen geweckt. Ich stand dann etwa drei mal auf um aufs Klo zu gehen. Als dann um viertel vor sieben der Wecker klingelte stand ich auf und unterstützte die Kinder beim Anziehen. Es zog teilweise schon ganz ordentlich, wenn auch unregelmässig. Ich fragte meinen Mann ob er heute im Büro sei oder ob er weiter weg unterwegs sei. Er meinte er sei im Büro, ich sagte ihm es tue sich etwas, könne sein das ich mich dann melde.

Ich schrieb auch meiner Mutter dass ich ein unregelmäßiges Ziehen habe und dass dies evtl. bedeute dass es losgehe. Sie ist selbständig und hat dann die geplanten Massagen abgesagt um den 3 ½ Jährigen betreuen zu kommen. Die grosse Schwester, ging mit dem Bus in den Kindergarten. Meine Mutter kam dann, räumte in der Küche noch etwas auf, währendem ich mit dem Staubsauger durchs Haus flitzte. Die Wellen musste ich teilweise schon veratmen und sie kamen so ca. im 3-7 Minuten Abstand. Ich war froh, als meine Mutter mit unserem Mittleren dann aus dem Haus war, sie wollte mittags auch die grosse Schwester vom Bus abholen und mit zu sich nehmen. Ich genoss die Ruhe, machte im Wohnzimmer und in der Küche überall die Storen runter und zündete Kerzen an. Ich pumpte den Gebärpool auf und stellte ihn ins Wohnzimmer, ich montierte den Schlauch in der Küche, dazwischen atmete ich. In meinen Bauch, zu meinem Baby. Ich fühlte Sicherheit und Geborgenheit und ich wusste es ist gut so wie es ist. Dann tastete ich nach dem Muttermund, er war weit unten, so dass ich ihn problemlos erreichte, aber er fühlte sich komplett verschlossen an.
Ich platzierte mich im Vierfüssler auf dem Sofa und hörte meine Geburtshypnose. Die Wellen kamen mittlerweile regelmässiger und waren teilweise auch schon ziemlich intensiv und doch gab es immer mal Pausen in denen ich einfach meinen Kopf in die Kissen legte und bewusst entspannte, bewusst meinem Baby Ruhe schickte und Kontakt aufnahm, alles war gut.

Mittag kurz nach zwölf kam mein Mann nach Hause um etwas zu essen. Ich wollte nichts essen und hatte auch ausser ein paar Nüssen noch nichts gegessen. Er fragte mich etwa 10 mal ob ich wirklich kein Spiegelei wolle, irgendwann ging ich in den ersten Stock ins Badezimmer und veratmete dort einige Wellen. Ich war froh als er um 13.00 Uhr wieder zur Arbeit fuhr, ich glaube er hat das gespürt, weil die Regelmässigkeit der Wellen hat er bestimmt bemerkt, aber er fragte nicht ob er bleiben soll, darüber war ich sehr dankbar.
Ich tastete wieder nach dem Muttermund, dieser fühlte sich immer noch komplett zu an. Dies frustrierte mich kurzzeitig, doch ich sagte mir, dass es halt Zeit brauche und wir auf einem guten Weg sind. Immer noch genoss ich die Ruhepausen zwischen den Wellen, ich glaube ich bin wahrscheinlich teilweise sogar kurz eingenickt, wenn mir sogar mal 6 minütige Abstände gegönnt waren.

Mittlerweile tönte ich schon ganz schön mit und ich atmete viel Luft zu meinem Baby. Irgendwann dachte ich, dass ich mal in die Badewanne gehe, um damit evtl. das Öffnen des Muttermundes ein wenig beschleunigen zu können. Ich liess da ein wenig Wasser raus und setzte mich rein. Es war nicht wirklich bequem in der Wanne und ich war wahrscheinlich nicht sehr lange drin, aber der Schleimpfropf löste sich. Ich stieg wieder aus der Wanne trocknete mich ab und ging wieder nach unten aufs Sofa. Irgendwann glaub zwischen 15.00 Uhr und 16.00 Uhr hatte ich mehrmals das Bedürfnis aufs Klo zu gehen, ich war erstaunt, war das wirklich der Drang mitzuschieben? Aber der Muttermund war doch noch gar nicht auf. Ich tastete erneut, er fühlte sich immer noch genau gleich an…bis er platzte, es war die pralle Fruchtblase. Ich flitzte in die Küche um da das Wasser für den Pool anzumachen, dann zum Pool um zu schauen ob warm genug und dann veratmete ich noch ein paar Wellen im Türrahmen, der Druck auf mein Becken war enorm. Als das Wasser im Pool eine akzeptable Höhe erreicht hatte stieg ich in den Pool, schaute das Tücher in greifbarer Nähe sind und konzentrierte mich dann auf mich und mein Kind. Ich spürte wie sich der Kopf seinen Weg bahnte und ich wusste, dass es nun nicht mehr lange dauern würde bis ich mein Mädchen begrüssen darf. Ich weiss nicht wie oft ich mitgeschoben habe, ich weiss nicht, wie lange diese Phase etwa dauerte. Aber um ca. 16.00 Uhr rief mein Mann auf dem Festnetz an, danach noch etwa 4 mal. Ich konnte und wollte nicht ans Telefon gehen, er schien aber irgendwie auch zu spüren, dass es nun soweit war.

stefanie-1-wassergeburtAls der Kopf geboren wurde brannte es und war gleichzeitig ein solch mächtiges Gefühl, ich spürte dann wie mein Mädchen alles genau richtig machte und sich so drehte wie es nötig war. Ich feuerte sie an und sagte ihr gleichzeitig dass sie langsam machen soll, dass alles gut sei. Und dann schwamm sie in den Pool, in meine Arme.

Ich holte sie nach vorne und hob sie langsam aus dem Wasser. Sie sah so unglaublich friedlich und zufrieden aus, dann öffnete sie die Augen und schaute mich an. Ein schneller Blick auf die Uhr der Stereo daneben sagte mir das 16.17 Uhr war. Ich nahm sie an mich und rieb ihr zart den Rücken und sie tat ihre ersten Atemzüge. Die Nabelschnur pulsierte kräftig.

Willkommen kleine-grosse Mila Aylin. Ich nahm das Tuch vom Stuhl neben dem Pool und bedeckte uns damit. Ich nahm mein Handy und machte so gut es ging ein Bild von Mila, dieses schickte ich um 16.22 Uhr an den Papa. Welcher dann kurze Zeit später weinend zu Hause auftauchte.

Ca. eine halbe Stunde später informierte ich die Hebamme welche auch ziemlich schnell bei uns zu Hause auftauchte.

Etwa 50 Minuten nach der Geburt, gebar ich die Plazenta auch noch im Pool.

 

 

stefanie-2-plazentaEine Woche nach der Geburt, am 8.11. kurz vor mittag hat sich unsere Mila nun abgenabelt und ist somit endgültig angekommen. Diese erste Woche war von einem ganz besonderen Zauber und ich bin unglaublich verliebt.

Diese Geburt war sehr heilsam und ich habe viel gelernt. Ich würde es immer wieder so machen, ich spürte während der ganzen Geburt eine grosse Sicherheit, ich hatte kein einziges mal Angst oder das Gefühl es nicht zu schaffen.

Und das allein sein, mal abgesehen von unserem 17 jährigen Kater, dieser wachte den ganzen Tag über mich, war genau das was ich in diesem so kraftvollen Moment gebraucht habe.

Ich weiss dieser Bericht ist unglaublich lang, und es werden wahrscheinlich nur wenige ihn bis ganz zum Schluss durchlesen, aber ich konnte irgendwie nicht einfach etwas weglassen, den so wie es da steht, gehört es dazu, ist es meine Geschichte die so zu dieser Geburt geführt hat.

Ich will damit eigentlich nur sagen, glaubt an euch, glaubt an euer Baby, an euren Körper. Ihr seid stark und ihr könnt alles schaffen!
Mila war 4270g und 52cm, ihr Kopfumfang 36cm, genau richtig und passend für mich 🙂

 

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Ein kleiner Ausschnitt aus dem Buch von Sergio Bambaren „Der träumende Delphin“ Dieses Buch begleitet mich schon viele Jahre und ich finde es passt auch dieses mal wieder.
„Daniel Delphin war so glücklich wie seit langem nicht mehr. Endlich hatte er etwas gefunden, das all seine Bemühungen wert war. Jetzt spürte er mehr als je zuvor, dass es richtig gewesen war, den Schwarm und die Insel zu verlassen, um seinen Horizont zu erweitern.
Durch unsere Entscheidungen definieren wir uns selbst.
Allein durch sie können wir unseren Worten und Träumen Leben und Bedeutung verleihen.
Allein durch sie können wir aus dem, was wir sind, das machen, was wir sein wollen.”

Stefanie


 

Ich empfand Kraft und Stärke, Mut und Freude, auch Schmerz ~ wenn ich gewollt hätte, hätte ich es draußen donnern lassen können, Blitze vom Himmel jagen und die Wolken weinen lassen. Ich glaube man ist in dieser Phase sehr mächtig, ich weiß es… Wir haben die Macht Leben zu schenken!

Geburtsbericht Simeon Amaru Klaus

Vom 31. März auf den 01. April wachte ich nachts gegen halb 3 mit leichten wellenartigen Bauchziehen auf.
Ich verschwand erst einmal im Bad und setzte mich auf die Toilette – Blase entleeren. Nach dem Abputzen bemerkte ich rosafarbenen Schleim auf dem Papier. Das musste der Pfropf gewesen sein. Mein Herz klopfte vor Aufregung. Nicht mehr lange … Die Geburt hatte begonnen! 
Ich schaute auf mein Handy. Die Wellen kamen regelmäßig alle 3 Minuten. Ich stand am Spülbecken, wusch mir die Hände und betrachtete mich im Spiegel. Bei jeder Welle versuchte ich in meinen Unterleib zu atmen, rieb meinen Bauch und hoffte dass sie was bewirkten. Ich machte mich auf ins Wohnzimmer, lief einige Zeit umher, kniete mich zwischendurch auf den Boden im Vierfüßler, gebeugt über den Ball. Immer im Wechsel. Gegen halb 4 ließ ich mir Badewasser ein, zündete meine Kerze und meine Duftlampe, mit dem Entbindungsöl, an.
 Dann weckte ich Thorsten und legte mich ins Wasser. Thorsten stand dann auch schon gleich im Bad. Wir unterhielten uns und versuchten beide zu entspannen.
Nach einer Stunde merkte ich dass die Wellen an Stärke verloren und auch die Abstände länger wurden. Ich krabbelte wieder aus der Wanne und wieder zurück ins Bett. Schlaf soll ja Wunder bewirken und vielleicht kamen die Wellen ja auch wieder zurück. Thorsten war ziemlich aufgekratzt und so geisterte er alleine in der Wohnung herum und ich lag im Bett und versuchte zu schlafen. In der Zwischenzeit rief Thorsten meine Schwester und die Hebamme an. Mara kam gegen 8h zum Frühstück und meine Hebamme Julia mit Azubi Anne gegen 9h vorbei. Ich legte mich auf die Couch und wir machten ein 30-Minuten CTG – 7 Wehen waren darauf sichtbar. Ich wollte dass Julia mich untersucht, ich war sehr neugierig geworden, wusste aber, wenn die Wellen nicht wieder stärker werden, dann wird es heute nichts mehr mit der Geburt. Nach dem mich Julia abgetastet hatte wussten wir mehr ~ 2-3cm. Julia und Anne verschwanden wieder, sollte sich wieder was tun, würde ich mich wieder bei ihnen melden. Gegen 11h gingen wir eine Runde im Dorf spazieren; ich trank meinen Himbi- und Eisenkrauttee und legte mich gegen 12h wieder ins Bett. Thorsten und Mara blieben im Wohnzimmer; beide verharrten in Warteposition. Gegen 14h wurde ich wieder wach, die Wellen waren verschwunden.
Thorsten und Mara waren etwas enttäuscht, besonders Thorsten. Aber die Wellen blieben verschwunden. Auch einen Tag später, dem 02. April, lies sich keine Wehe blicken. Ich blieb ruhig und lies die Worte von meiner Ma und Hebamme Julia auf mich wirken ~ “Die Ruhe vor dem Sturm.”

bauchbild-simeonDer 3. April – Thorsten hatte seinen 2. Arbeitstag in seinem neuen Job, seit 7h war er aus dem Haus. Um 8h wachte ich auf mit leichten und regelmäßigen Wellen! Ich schaute auf die Uhr und beobachtete, lauschte in mich hinein … heute werde ich unser Baby im Arm halten. Die Wellen kamen alle 2-4 Minuten.
Ich verschwand erst mal ins Bad (nach dem Toilettengang wieder viel roter und rosafarbenen Schleim, leichter Druck am Po und Hüfte), machte mich frisch, zog mir bequeme Kleidung an und fing mit dem Aufräumen an. Bewegung und Ablenkung!

Musik, ich brauchte jetzt unbedingt Musik …
PC an, Youube und Playliste anschmeißen … Mantras – perfekt zum Mitsingen, Summen, das geht schööööööön tief bis zum MuMu 😀 
Die Hausarbeit verlief arg schleppend, da ich wirklich bemüht war ruhig zu bleiben. Ich musste mich alle paar Minuten irgendwo aufstützte um mich auf die Wellen zu konzentrieren oder ich diskutierte “schnaufend” mit meinem Teenager-Sohn, der für heute andere Pläne hatte, wie eine Geburt.

Meine Ma rief an und wollte wissen wie es mir geht und ich hielt sie auf dem neuesten Stand, würde mich aber melden, wenn es an der Zeit wäre… Ich wollte nicht schon wieder “falschen Alarm” auslösen.
Zwischendurch fing ich einfach an zu tanzen, meine Hüften und Bauch kreisen zu lassen um dem Baby den Weg ins Becken zu zeigen. So vergingen die ersten Stunden, aber kurz nach 11h wurde mir dann doch etwas mulmig. Gegen 12h rief ich meine Mama an und meinte dass sie sich jetzt doch besser auf den Weg machen sollte. Sie hatte eine Stunde Fahrt vor sich.
Gegen 13h meldete ich mich dann auch bei Thorsten auf der Arbeit, er sollte sich für “den Anruf” bereithalten. Zwanzig Minuten später tönte ich das zweite Mal ins Telefon, dass er lieber doch SCHNELLSTMÖGLICH kommen sollte. Ich wollte ihn jetzt bei mir haben.

Ich bat Elias noch die Katzen zu versorgen und einmal die Wohnung durchzusaugen. Das schaffte ich einfach nicht mehr und verschwand im Badezimmer um mir Wasser in die Wanne zu lassen. Zündete wieder mal meine Geburtskerze und meine Duftlampe an und setzte mich in die Badewanne.
Die Wellen blieben auch im warmen Wasser konstant stark und regelmäßig, ich versuchte etwas zu entspannen, was mir arg schwer viel. Deshalb sang ich eine Zeitlang das Wolfslied und streichelte meinen Bauch.
Thorsten und meine Ma kamen gleichzeitig an und gesellten sich auch gleich zu mir ins Bad. Bei jeder Welle trat stille ein und die Augen waren auf mich gerichtet … Ok, das ging gar nicht. Ich wollte erst mal allein sein. Es gab sicher noch andere Beschäftigung für die Zwei – also raus!
Thorsten rief Julia an, ich sprach auch noch kurz mit ihr. Sie wollte sicher hören wie ich am Telefon klinge. Ich bat auch sie bald zu kommen. Julia war noch im Kreissaal. Ich hörte das CTG und Herztöne im Hintergrund des Handys. Sie und Anne wären in einer halben Stunde bei mir.

Gegen 14.30 h waren dann die Hebammen eingetrudelt und auch meine Schwester Mara mit Sohnemann Julien erschienen. Elias und sein Freund wurden freundlich vor die Türe gesetzt und das “Bitte nicht stören – Hausgeburtsschild” angebracht.
Julia tastete mich ab – der MuMu war bereits 6cm offen, ich fühlte dass es nicht mehr lange sein würde, bis das Baby geboren würde.
Wir versammelt uns nun alle im Schlafzimmer, bis auf meine Schwester, sie pendelte zwischen Schlafzimmer und Wohnzimmer, zwischen mir und Julien hin und her.

Ich veratmete nun die Wellen etwas lautstärker und fragte mich wie lange es wohl dauern würde. Julia hörte gelegentlich die Herztöne ab und wir unterhielten uns. Ich wollte kein unangenehmes Schweigen und war froh über jede Ablenkung. Ich hörte einfach nur zu, nach reden war mir nicht besonders.
Der Druck und die Wellen verlagerten sich nun nach unten und in die Seiten Richtung Hüfte. Arg unangenehm und ich verkrampfte zwischendurch.
Thorsten streichelte mir erst den Rücken, aber das war mir zu sanft, ich brauchte Gegendruck. Wir nahmen den blauen Igelball zur Hilfe und Thorsten lies den Ball nun gegen mein Steißbein kreisen.
Das half fürs erste.
Ich musste auf die Toilette. Thorsten musste mich begleiten – diese wenigen Schritte ins Bad dauerten für mich eine Ewigkeit. Im Stehen waren die Wellen besonders kräftig. Ich musste mich an Thorsten festhalten und an allem was mir in die Quere kam. Die Töne aus meinem Mund klangen jetzt schon wie Welpengesang. Das Köpfchen drückte gegen den Ausgang, es wollte raus.
 Wieder im Schlafzimmer angekommen, legte meine Ma ein Handtuch bereit, damit ich mich vor das Bett knien konnte. Eigentlich wollte ich mich jetzt verkriechen und die ganze Sache abblasen, auf einander mal verschieben … zu spät!

Thorsten setzte sich aufs Bett und ich kniete mich vor ihn, hielt mit der rechten Hand das Geburtstuch, mit der linken hielt ich mich an Thorsten fest und legte meinen Kopf auf seinen Schoss. Meine Mama saß hinter mir und rieb mir kräftig mein Becken bei jeder Welle die mich überkam. Julia kam mit zwei Schüsseln herein, Wasser und Kaffee. Nur meine Schwester fehlte noch … ich hatte Angst sie würde alles verpassen. Mein Kopf lief immer noch auf Hochtouren – ich nahm vieles wahr, Geräusche, Gespräche und ich sprach irgendwie mit mir selber … aber mein Körper arbeitete, dagegen konnte ich nichts mehr tun, also lies ich alles geschehen.

Der Übergang von den Wellen über das verlangen zu pressen verlief zügig, kaum hatte ich mich dazu entschlossen mich hinzugeben und meinen Körper entscheiden zu lassen. Ich tönte nur noch hervor, „das Baby will raus”.
 Und ich fing an das Baby heraus zulassen …

Drei starke Wellen und ein leichter, dumpfer Knall, die Fruchtblase platzte!

Irgendwie kann man den nächsten Abschnitt gar nicht in Worte fassen. Alles was nun abläuft geschieht einfach, man kann es nicht aufhalten oder kontrollieren. (Man) Frau kann sich einfach nur dieser Macht oder gar Urgewalt hingeben.
Viele Bücher habe ich verschlungen in den letzten 10 Monaten, Erfahrungsberichte von Hausgeburten, spirituelle Sichtweisen des Gebärens, über die Natürlichkeit der Geburt, was das Baby fühlt und wie es am besten geborgen und glücklich von der Familie empfangen wird …
 An eines erinnere ich mich noch besonders gut ~ dass alle Frauen auf der ganzen Welt die gerade gebären zusammen kommen, eins werden und ihre Energien verschmelzen. Das klingt schön und gibt Kraft.
Ich empfand Kraft und Stärke, Mut und Freude, auch Schmerz (ich lasse mein Kind hinaus in die Welt) ~ wenn ich gewollt hätte, hätte ich es draußen donnern lassen können, Blitze vom Himmel jagen und die Wolken weinen lassen – ich hätte mit Thor dem Donnergott ringen können.
 Ich glaube man ist in dieser Phase sehr mächtig, ich weis es… Wir haben die Macht Leben zu schenken!

Zur gleichen Zeit:
 Meine Schwester überreicht ihrem Mann Mark vor der Haustüre den kleinen Julien und kommt zu uns ins Schlafzimmer. Sie schleicht an uns vorbei, da ist es genau 16.39 h – ich bemerke sie nicht.
 Die Stirn und die Nase sind bereits sichtbar.
 Ich höre Thorsten seufzen vor Vorfreude und Julia spricht leise zu mir, “drück wann du möchtest, lass dir Zeit, das Baby kommt von ganz alleine, …”
 Der Kopf ist geboren und ich weine etwas … ich fühle mich erleichtert oder eher leicht. Noch zweimal drücken und der Rest des kleinen Menschlein ist geboren.
 Julia fängt es auf und es liegt auf dem Handtuch, genau unter mir, zwischen meinen Beinen. Still ist es und schaut mich an. Jetzt weine ich richtig, mein Körper lässt alles raus. Ich bin stolz!

Meine Schwester will wissen was es ist, meine Ma lacht, es ist ein Simeon!
 Julia fragt, ob ich ihn auf den Arm nehmen möchte. Ich möchte! 
Simeon ist ganz warm und glitschig, seine Haut sieht aus wie eine Brombeere.
 Er schaut mich einfach nur an, hell wach ist er, absolut aufmerksam.
 Beeindruckend, kein hysterisches Geschrei wie man es im KH kennt.
Alles ist ruhig und verzaubert.
 Alle helfen uns aufs Bett, alleine komme ich nicht hoch. Vor allem ist die Nabelschnur noch in mir, die Länge reicht gerade um Simeon im Arm zu halten.
 Mein rechter Arm ist taub. Bewegungsunfähig hängt er rum. Hab zu viel Kraft auf ihn und das Geburtsseil ausgeübt. Das Seil hängt auch schlaff herunter, aber stolz bin ich auf meinen Mann und seine Konstruktion, die so viel halten musste!

Nun liegen wir im Bett und schauen uns das Wunder an. Und das Wunder uns!
Alles dran und wunderschön…
Die Hebammen untersuchen mich, alles super, etwas geschürft, aber nichts gerissen oder der gleichen. Dann wird die Placenta geboren, riesig ist sie! Die Nabelschnur wird auch untersucht – wie auf dem Ultraschall gesehen, eine singuläre Nabelschnur-Arterie. Aber voll funktionsfähig, siehe kleines Wunder!!!
Simeon hat die Brust entdeckt und robbt sich nun in seine Richtung, erstaunlich! Mit ein wenig Hilfe von Mama ist auch schnell angedockt. Es wird kräftig gesaugt und geschmatzt. Der Papa ist ganz verblüfft.
Thorsten bringt die Sektgläser und wir stoßen an, umarmen, beglückwünschen und küssen uns. Die Hebammen machen sich ans Aufräumen, wir schießen noch 3-4 Fotos und wollen aber nun auch wissen, wie groß und schwer unser Schatz ist. Nachdem die Nabelschnur auspulsiert, darf Papa also jetzt abnabeln.
 Oooh doch schwerer und größer wie vermutet.
 3650 g, 50cm und einen KU von 35cm – ordentlich für ein “Veggi” Baby :D
 Jetzt darf Papa auch den kleinen Wonneproppen anziehen, das macht er schon ganz gut und es sieht auch irgendwie schon geübt aus! ^^

Es ist spät und wir sind müde, wollen nun auch die Zeit alleine zu Dritt genießen.
Alle verabschieden sich bis morgen, Thorsten kocht mir noch eine Suppe und wir kuscheln uns ist Bett. Jetzt beginnt die Kennenlernzeit! <3

 

Kleine Geschichte die sich abspielte, kurz nach der Geburt:

Es ist noch eine weitere Seele im Raum. Ich spüre sehr stark ihre Anwesenheit und rufe den Namen der Göttin Juno Luzia (Lucina) – So sollte der kleine Simeon heißen, wäre er ein Mädchen geworden. Ich muss sofort danach lachen und widme mich wieder meinem Baby… in fünf Monaten werde ich mehr wissen, über diese kleine Seele die mich an diesem Abend besuchte <3

Herzensgrüße Nina Luzia

 


 

Es hat alles so wunderbar gepasst… als wäre es ein Märchen, eine Geschichte die erzählt wird…

Geburtsbericht von Runa Seraphine Jutta Ulrike

(„ein geheimnisvoller Engel“ – Jutta Ulrike nach den Großmüttern)

Heute ist der 03. Juli 2013, unsere Tochter ist genau eine Woche alt und heute werde ich von dem Tag ihrer Geburt berichten.

Am Dienstag, den 25. Juni, hatte ich morgens unregelmäßige, aber immer wieder kommende Wellen gespürt. Ich beobachtete und hörte ununterbrochen in meinen Körper hinein, ich war voller Erwartung. Nachmittags gegen 15:00h verschwanden die Wellen so schnell wie sie gekommen waren. Darum beschlossen wir – Thorsten, Simeon und ich noch im Wald spazieren zu gehen.
Die großen Jungs waren auf dem Sportplatz, vor unserem Waldstück, zum Training. Ich begrüßte im Wald einige Bäume und tankte Energie, nach 30 Minuten kamen wir in einen Platzregen, auch dieser erfrischte mich freudiger Weise. Zuhause blieb es den ganzen restlichen Tag ruhig.
Abends nahm ich noch ein Bad, streichelte meinen Bauch und kommunizierte mit dem Baby – “Ich freue mich auf dich, du kannst nun gerne kommen, wir wollen dich kennen lernen … “
Nach dem Bad untersuchte ich mich, daraufhin verabschiedete sich das Geburts-Zeichen (Pfropf)
Die Tür wurde geöffnet 😀

simeon-und-runa-bauchMittwoch, der 26. Juni – kurz nach 0:00h wurde Simeon wach im Familienbett und ich legte ihn mir an die Brust. Das Stillen löste immer wieder bei mir leichte bis mittelmäßige Kontraktionen aus.
Wie auch jetzt in der Nacht, aber dieses mal blieben sie. Die Wellen kamen unerwartet stürmisch, alle 10 Minuten… nach ungefähr einer halben Stunde konnte ich nicht mehr liegen bleiben und stand auf. Ich legte mich ins Wohnzimmer auf die Couch zum dösen (so konnte ich auch in Ruhe die Uhr im Auge behalten). Ich nickte immer wieder weg, wurde aber alle 10 Minuten aus dem Schlaf geholt und musste die Wellen veratmen. Das liegen wurde unangenehm, deshalb wollte ich mich bewegen.

Ich ging ins Bad und bereitete alles vor – ich zündete die Kerzen an, die Duftlampe mit dem Entbindungsöl, die CD wurde angemacht mit den Geburtsmantren, die Kraftsteine an den Wannenrand bereit gelegt…Ich lies mir das Wasser ein und begab mich in die Wanne, da war es ungefähr 1:30h. Die nächsten Minuten und Stunden verliefen einfach entspannt und ruhig ab, ich hatte viel Zeit zu meditieren und verschiedenen Gedanken nachzugehen :D
Ich dachte an Mary (eine Freundin) und ihre Geburtstöne, also tönte ich immer wieder das „OM“, wenn mich eine Welle überkam. Ich genoss die Wellen! Ich dachte viel an Ina May Gaskin´s Worte und musste dabei lachen und ich sang so oft es mich überkam die Mantren mit. Ich sang bestimmt drei Stunden…das ist nur möglich, wenn man alleine ist, dabei entspannt zu bleiben – mit Zuhörern bei mir eher unwahrscheinlich :D
Die Wellen kamen nun öfter, schneller und stärker und ich freute mich immer mehr, vor allem freute ich mich über meine Sicherheit und gute Laune.

Gegen 4:00h stieg ich kurz aus der Badewanne um meinen Mann Thorsten zu wecken. Ich fragte ihn, ob er Lust habe mit ins Bad zu kommen, ich sei in der Wanne. Ich ging wieder ins Wasser und Thorsten war auch kurz darauf im Badezimmer. Ich hielt kurzen Bericht…
Jetzt merkte ich erst mal welchen Unterschied es zwischen den Wellen gibt.
Diese, wenn man nur auf sich, das Baby und seinen Körper konzentriert ist und diese, wenn man abgelenkt ist …
Ich musste die Wellen in Gegenwart von Thorsten mehr veratmen und ich empfand sie auch als unangenehmer.
Ich war nicht 100% bei mir und das konnte „weh tun“. Jetzt kamen die Kraftsteine zum Einsatz, jeweils drei in eine Hand! Die Steine halfen mir wieder das Gleichgewicht zu finden, ich konnte mich bei jeder Welle an ihnen festhalten und sie vermittelten mir wieder eine Art Sicherheit.
Ich bat Thorsten ein paar Vorbereitungen zu treffen, für die Kids – da sie ja bald zur Schule mussten
und ich konnte so auch wieder abschalten. Ab und an kam Thorsten und schaute nach mir.
Er schaute auch immer wieder nach der Uhr, wie groß oder klein die Abstände zwischen den Wellen wurde. Nach 4-5 Minuten Abstand fragte er dann, ob wir nicht jetzt die Mama anrufen sollten.
Ich war damit einverstanden, denn ich spürte dass ich bald soweit war und dass es nicht mehr so lange dauern würde.
Nach 45 Minuten waren die Abstände schon auf 2 Minuten (meine Mama verspätete sich)
 und Thorsten wollte die Hebammen informieren. Ich ließ ihn – ich war nach meinem Gefühl her fast geöffnet, denn ich konnte nun mitschieben, wenn die Wellen kamen. Aus dem „OM“ wurde nun ein „A“ und „U“… Nun lief mein Körper auf Hochtouren! 
Der Übergang vom Mitschieben bis hin zum „Pressen“ verlief nun zügig, nachdem Thorsten das Bad verließ. Ich durfte nun das Baby heraus lassen – es wollte raus und ich hätte es auch nicht mehr verhindern können! 😀

Thorsten öffnete die Tür mit seinem Kaffee in der Hand. Ich konnte ihm nur noch entgegen bringen,
dass er bitte kurz draußen warten solle …

geburtsbericht-runa2„Mächtige Wellen überkamen mich, überschlugen mich – Ich stütze mich mit den Händen am Wannenrand ab und kniete im Wasser. Ich schob und drückte, warf meinem Kopf in den Nacken, blickte zur Decke, “brüllen, atmen, schnaufen, tönen, …” alles fließt, fließt von selbst – Pause, stille, atmen … Die nächste mächtige Welle rollt an“…

Ich fasse zwischen meine Beine – Haare, ganz weiche Haare … Unbeschreiblicher Druck … weiter schieben… Aaah das Köpfchen ist geboren und es dreht sich etwas in meinen Händen, wenn ich zart mitschiebe… eine Welle… ich halte die Schultern, Arme, ich sehe etwas im Wasser … atmen, noch mal schieben, … das Baby gleitet ins Wasser und ich halte es …
Dunkle Augen blicken mich „geheimnisvoll“ aus dem Wasser an – (Runa) …
Ich hebe es zu mir nach oben.
Sobald es aus dem Wasser gleitet, schließt es die Augen.
… sie sieht aus wie ein „Engel“ – (Seraphine)

Ganz rosig, so viele flauschige Haare, so rote Lippen, sie atmet ganz zart – sie wirkt wie Dornröschen, wie im Schlaf. Ein Mädchen, man sieht es sofort!

Ich rufe leise „Liebling, kommst du mal“ und Thorsten kommt zu uns, er schaut ganz überrascht und gerührt. „Was hast du denn jetzt gemacht?“, kann er nur fragen und seufzt.
 Thorsten möchte dann wissen, was es ist und sage, ich glaube ein Mädchen und schaue nach.

Thorsten schaut auf die Uhr 5:55h (später stellen wir fest, dass die Uhr 8 Minuten vor geht – 5:47h)geburtsbericht-runa

Wir decken sie mit einem Handtuch zu, die Plazenta ist noch nicht geboren, aber die Nabelschnur ist sehr lang. Thorsten hilft mir aus dem Wasser und wir gehen langsam ins Wohnzimmer.
Ich lege mich mit der Kleinen auf die Couch. Es klingelt, meine Mama ist gekommen!
Thorsten öffnet die Türe „Runa ist da“, ruft er. Meine Mama kommt zu mir ins Wohnzimmer,
strahlend und mit Freudentränen…

Thorsten säubert die Badewanne und ruft die Hebammen wieder an. „Ihr könnt jetzt langsam machen, das Baby ist schon da“! 20 Minuten später waren auch Julia und Eva eingetroffen
und es wurde nach uns geschaut. Alles dran, alle munter, uns ging es super!

Um kurz nach 7:00 kommen die Kinder aus ihren Zimmern und bestaunen ihre kleine Schwester.
Leider ruft die Schule, aber zum bestaunen wird noch lange Zeit sein.
Vor allem Joshua staunt über das Mädchengesicht, ständig spricht er über “diese roten Lippen”. :D
 Simeon schläft heute lange, erst gegen 9h wird er wach und kann den neuen Erdenmensch begrüßen … <3

Es hat alles so wunderbar gepasst… als wäre es ein Märchen, eine Geschichte die erzählt wird… Ich muss auch immer staunen, wenn Thorsten dieses Erlebnis aus seiner Sicht erzählt.
 Ich muss immer lachen, wenn ich meinen Namen höre. Es ist irgendwie traumähnlich!

geburtsbericht-runa3

Zur Lotusgeburt!!!
Es hat alles wunderbar geklappt, war unkompliziert und ich hab ein kleines Ritual zelebriert bei der Pflege der Plazenta.
Nach 72 Stunden (drei Tagen) hab ich die Nabelschnur an der dünnsten Stelle am Nabel getrennt. Die Nabelschnur war komplett abgetrocknet und hat sich nun auch gestern vom Bauch gelöst. Würde es immer wieder so machen, war wirklich sehr schön!

Zum Windelfrei!!!
 Die Zaubermaus macht schon toll Pipi und Aa in ihren Topf, beim Stillen klappt es am besten…

Runa Seraphine
 * 01.Juni 2013 – 5:47 h
, 3.080 g,  49 cm und 33.5cm KU

Nina Luzia


 

Das Baby kommt und eine Urgewalt entsteht zwischen meinen Beinen, tief in mir drin. Ooooh, welche Kräfte dort in einem wach gerufen werden. Auch wenn es nicht schmerzfrei ist, so bin ich absolut frei von Angst!

Geburtsbericht von Aura Delphine Luzia Tamara

Montag, 01. Februar 2016 ~ Imbolc (Bericht vollendet am 5.2.)Schon die zweite Nacht und ich liege zwischen meinen zwei Töchtern.
Zwei Mädchen! Ich kann es immer noch nicht ganz glauben. In meinem Kopf sehe ich meine vier großen und halbgroßen 😉 Jungs… Ich war schon immer die typische Jungsmama (über 16 Jahre) und vor zweieinhalb Jahren bin ich dann zum ersten Mal eine Mädchenmama geworden.
Daran muss man sich erst einmal gewöhnen 😉 Vor allem wenn das Mädchen der größte Räuberhauptmann ist, den man sich vorstellen kann.Vor zwei Tagen kam meine zweite Tochter zur Welt. Meine dritte Hausgeburt und meine zweite Alleingeburt. Die ganze Schwangerschaft verlief schon anders wie bei den anderen, aber dass ich nun sogar über meine Zeitrechnung ging, damit hatte ich beim besten Willen nicht gerechnet.
In der Beltaine Nacht zog sie bei mir ein und entschloss an der ersten Vollmondnacht am 3. Mai bei uns zu bleiben. So errechnete ich mir daraus den 24. Januar, eine weitere Vollmondnacht (Wir wissen es gibt keine Zufälle) 😀 Ehrlich gesagt, dachte ich wirklich sie käme sogar früher.
Aber nichts da… die Tage rückten näher und der Termin verstrich. So auch die nächsten Tage. Um Ruhe zu bewahren, legte ich mir einfach einen neuen Termin zurecht und zwar den heutigen, Imbolc!Januar 2016 
Nach einem heißen Bad gegen 10h schau ich nach meinem MuMu. Immer noch schwer zu erreichen, aber schon etwas tiefer und weicher. Aaaaah eine Zeichnung! Ich freue mich, sage laut zu mir ~ Es geht endlich los! Im Laufe des Tages immer wieder kleine Abzeichnungen, aber absolute stille, keine wirklichen Kontraktionen. Außer die Bauchmaus, die immer noch hochaktiv ist.
Gegen 20h legen wir die Kleinen schlafen, nach dem Stillen von Runa merke ich nun dass mein Körper anfängt zu arbeiten – wunderbar!!!
Wir gehen bei Zeiten ins Bett, ich möchte ausgeruht sein. Ich muss aber kurz vor 24h wieder aus dem Bett, im liegen ist alles super unangenehm und ich will mich einfach nur bewegen.
Also erst mal ins Wohnzimmer, aber auch da wird es mir irgendwann zu unschön und ich mache mich auf ins Geburtszimmer. Heizung an, Musik an, Kerzen an und Bewegung! Zwischendurch frische ich die Luft im Pool auf… wow die Wellen kommen ziemlich zügig, es geht schon gut zur Sache. Ich hab das Gefühl ich muss Thorsten wecken und meine Ma und Doula Eileen informieren. Es wird nicht mehr lange dauern. Thorsten ist total verschlafen, lacht und meint, „Ich wusste es, dass du mich heute aus dem Bett holst“. Wir gehen zusammen nach oben, machen den Schlauch startklar, füllen den Pool, reden und lachen… Thorsten ruft meine Mama an, sie hat eine lange Strecke vor sich und ist dazu nachtblind ;)) Das Wasser im Pool füllt sich echt sehr laaaangsam scherzen wir… Irgendwann ist die Höhe in Ordnung und ich genieße das Wasser und möchte nun allein sein. Thorsten weckt nun auch Sam, der bei der Geburt dabei sein möchte und beide verschwinden nach unten, meine Mama müsste auch bald eintreffen. Irgendwie fühlen sich die Wellen nicht mehr stark an, aber mein Bewegungstrieb ist wieder da. Also wieder raus aus dem Pool und tanzen, Hüften schwingen…ich taste nach meinem MuMu. Fühle einen keinen Ballon und als wäre dieser mit Wasser gefüllt??? Die Fruchtblase? Ungefähr 2,5 Finger breit geöffnet. Wie viel ist das? Ich blättere in Sarahs Buch…mmh könnten 7cm sein?! Oooh das ist gut! Weiter tanzen und tönen.. Meine Mama steht irgendwann im Türrahmen und möchte wissen ob sie mir was gutes tun kann. Ich verneine, ich möchte nur allein sein…Ich schaue nun immer öfter auf die Uhr an der Wand… die Zeit läuft und ich werde richtig müde… irgendwas ist seltsam. Die Wellen schwächen ab… Ich möchte wieder in den Pool, massiere und reibe an meinen Brustwarzen… Thorsten bringt noch heißes Wasser mit dem Wasserkocher hoch und setzt sich auf den Bettrand. Die Wellen sind total schwach geworden und es liegen 8 Minuten dazwischen. Ich merke leichte Frustration aufkommen. Ich möchte dass Thorsten Sam wieder ins Bett bringt, damit er sich noch ausruhen kann. Ich befürchte es wird noch dauern. Thorsten möchte wissen, ob er Eileen anrufen soll. Aber ich habe Angst dass wir sie mit Baby umsonst aus dem Bett holen. Hatten wir schon einen „Fehlalarm“ einige Tage vorher gehabt.
Es ist kurz nach 2h… ich schau wieder nach dem MuMu. Ich erschrecke, als ich feststellen muss dass er sich so anfühlt wie heute morgen. Ich muss mich irren! Spüre aber eine harte Stelle die sich bewegt, der Kopf (ich berühre nicht den Kopf selber, es liegt noch was dazwischen)!
Thorsten ist wieder bei mir, ich sage ihm dass ich traurig bin und am liebsten Runa wecken würde zum Stillen. Kaum ausgesprochen höre ich sie unter uns im Schlafzimmer weinen. Thorsten geht wieder nach unten zu ihr und ich ziehe mir wieder was über und folge ihm.
Meine Ma sitzt auf der Couch und meint, ich soll mich nicht stressen, wir alle haben Zeit 😉 Das sagt sich so leicht… Aber ich hab noch Hoffnung dass ich durch das Stillen wieder Wehen in Gang setzten kann.Ich schnappe mir die Kleine und wir legen uns wieder ins Familienbett. Simeon wird nun auch wach und kuschelt sich von rechts an mich. Ich muss nicht lange warten und die Wellen rollen wieder an. Ziemlich schnell hintereinander, ich schätze alle 2-3 Minuten und sie sind stürmischer Natur. Ich schaffe nicht länger als 10 Minuten zu liegen und muss wieder aus dem Bett raus. Ich schicke die Kids zu Oma und Papa ins Wohnzimmer und rufe hinterher, dass ich wieder ins Geburtszimmer gehe…Ich schmeiß die Videokamera an und schlüpf aus den Kleidern… nackt sein ist gut und Hüften kreisen lassen…. tönen!!! Jaaaa super! Mein Mantra in der nächsten Stunde wird sein „Ich bin weeeeeit, ich öffne mich weit“…. Jede Welle begrüße ich mit einem „Jaaaaaaaa“ und „Baby, gleich bist du bei mir!“ Es zieht leider fies in die Oberschenkel und in den Po. Und ein Druck macht sich zwischendurch bemerkbar. Die Wellen kommen nun jede Minute und bleiben eine Minute. Nun gibt es keine Pausen mehr. Jetzt geht alles von selbst, der Körper arbeitet auf Hochtouren.
 Ich möchte nicht mehr abtasten, ich stelle mir bildlich vor, dass ich vollkommen geöffnet bin. Das beruhigt mich mitten im Sturm. Ich möchte jetzt sofort in den Pool. Ich finde nicht gleich eine geeignete Position, alles zieht so in den Oberschenkeln und meine Kräfte lassen auch nach in den Beinen. Ich töne nun laut und es tut gut. Thorsten kommt irgendwann hoch und bleibt nun bei mir. Eigentlich möchte ich, dass er gleich wieder runter geht und sage ihm auch, dass ich noch ein wenig allein sein möchte. Waaaaaah es drückt und ich kann leicht mitschieben. Nun will ich nicht mehr alleine sein!!!! Thorsten streichelt mich, hält meine Hand, flüstert was, es fließt sehr viel Liebe….

Das Baby kommt und eine Urgewalt entsteht zwischen meinen Beinen, tief in mir drin und ich schaffe mir einen Ausgleich indem ich urgewaltig alles aus mir herausbrülle. Sobald der Sturm sich wieder legt, beginne ich zu weinen. Das tut unendlich gut, befreiendes Weinen. Als würde man gehalten und getröstet. Das gibt nochmals Kraft bis die nächste stürmische Welle anrollt und mich zum Äußersten treibt. Ooooh, welche Kräfte dort in einem wach gerufen werden. Nichts mit schmerzfreier Geburt, wie die ganzen Monate ersehnt und darauf hingearbeitet. Nur sehr langsam scheint sich der Kopf seinen Weg nach draußen zu bahnen… Auch wenn es nicht schmerzfrei ist, so bin ich absolut frei von Angst!

(später auf dem Video sehe ich dass es 6-8 Minuten dauert bis der Kopf da ist und ich einige (8-9 Presswehen) Wellen verarbeiten muss. Bei den anderen Geburten waren es nur halb so vie)

Waaah, ich glaube der Kopf ist geboren. Ich greife zwischen meine Beine und möchte nach dem Kopf tasten. Ich erschrecke. Ein Bein? Ein Po? Greife nach oben. Eine Hand! Und der Kopf! Alles gut! 
Mit ausgestreckter rechter Hand zwischen meinen Beinen ~ “Hier bin ich!”
Jetzt aber raus mit dem Baby, denke ich und schiebe leicht und warte auf die nächste Welle. Da kommt sie und das Baby gleitet ins Wasser. „Ich habe es geschafft, ich hab es endlich geschaaafft“, fange ich zu weinen an. „Ja, du hast es geschafft, seufzt Thorsten und beugt sich schon über uns, um unser Kind zu begrüßen. Ich höre nur sein Schluchzen von ihm: „Hallo Baby, hallo mein Baby“.
 Wir weinen und schauen, staunen und sind so überwältigt.
 Thorsten holt Sam von nebenan und meine Mama und die Kleinen von unten. Ihr Gesicht verrät mir wieder dass es ein Mädchen ist, auch fühle ich nichts beim halten des Pos 😉 . Trotzdem will Sam dass wir mal nachschauen. Ein Kurzer Blick und es ist sofort klar – eine Aura! So wie sie es uns schon die ganze Zeit mitgeteilt hat und auch uns ihren Namen nannte. 
Im Sommer träumte ich von einer Frau, die mir ihren Namen, Aura, nannte,
 den Namen für meine Tochter. Auch träumte ich, im letzten drittel der Schwangerschaft, von zwei rasanten Geburten eines Mädchens, auch optisch stimmte alles überein. Der braune Haarflaum und ihre indianischen Augen. (nach ihrer nordamerikanischen Urgroßmutter Luzia)

Welch ein Geschenk nach diesem Er~Leben!
 Thorsten ruft nun endlich meine Freundin Eileen an und sie eilt zu uns mit Söhnchen J. Wir werden liebevoll von ihr begrüßt und sie ist so voller Freude und Liebe für uns. Ich freue mich sehr über ihre Gegenwart.
 Die Nachwehen sind leider sehr unschön und die Nabelschnur auch sehr kurz. Ich brauche zwei Stunden bis zur Geburt der Plazenta, aber dann sind die Nachwehen erträglich.
 Gemeinsam mit Thorsten bereitet Eileen mir einen P-Shake vor, dafür schneidet sie ein schönes Stück aus der Plazenta heraus. Wir betrachten noch gemeinsam die Plazenta und befinden, dass sie gut aussieht ;)
 Meine Mama bereitet uns in der Küche einen riesigen Topf Gemüsesuppe zu. An der ich mich übrigens drei Tage (mittags und abends) satt futtere.

Wir zelebrieren die Lotusgeburt 24 Stunden, da die Nabelschnur sehr kurz ist und ich Angst habe, dass wir sie abreißen. Auch die Kleinen sind mir zu wild und achten nicht genug auf die Plazenta-Tasche. Also ab damit 😉 Und wir starten früher ins Windelfrei, was auch schon wunderbar geklappt hat. In der Schwangerschaft (in der Vorbereitungszeit auf die Geburt) habe ich viel getönt und dabei ist in meinem Kopf ein Lied entstanden, dass ich im Anschluss immer für mein Baby gesungen habe. Es geht um das ‘heilig singen’, dabei besingt man den Menschen mit seinem Namen. 
Und auch hier wieder entstand das „Aura Lied“, was ich nun meiner Tochter auch täglich vorsinge und sie mich dabei mit großen vertrauten Augen anschaut.

Heute bin ich gefragt worden ob es eine spirituelle Sicht gibt, was die HandvoranGeburt betrifft. Hatte bis dahin keine Sicht dazu. Eben war meine Schwester Tamara zu Besuch und erzählte mir, dass es den Delphin Schwimmstil gibt, sowie Brust, Rücken oder Kraul…. Bei Delphin werden die Hände neben dem Kopf ins Wasser geführt. Also mit ausgestrecktem Arm! Lustig oder?
Eine Frage, schnelle Antwort!
Vor allem da Aura sich beide Namen selbst ausgesucht hat, bzw. Delphine uns als “das Krafttier” zur Seite stand/steht. <3
Sie ist also wie ein kleiner Delphin ins Wasser geglitten 😀

Februar 2016: 
Ich hab zum sechsten mal ein Kind geboren, aus eigener Kraft! 
Der Liebescocktail haut immer noch rein. :D
 War die Reise doch sehr anstrengend und nun platze ich fast vor Liebe, Glück und Stolz! 
Es war eine wichtige und machtvolle (Selbst) Erfahrung für mich. Diese Schwangerschaft, Geduldsprobe, ‘über die Zeit’ zu gehen beim 6. Kind und nun diese ‘besondere’ Geburt.
 Nie sind wir mit einem Menschen so nah verbunden, wie in der Schwangerschaft. Genauso ist die Geburt eine intensive Erfahrung der Trennung. Das wird mir immer wieder aufs Neue bewusst.
 Dieser leere Bauch löst doch Einiges in mir aus. Aber ich gebe mich diesen Empfinden, Emotionen und Gefühlen von ‘Trauer, Freude, Stolz, Liebe und des Vermissens’ hin und es tut gut und Frau wird langsam heil. So wie der Körper sein Tempo benötigt um heil zu werden, so brauch auch die Seele seine Zeit. Und dies gilt für mich als wichtiger Prozess und das Wochenbett als ein heiliger Ort/Tempel anzusehen und auch zu zelebrieren.

 

Willkommen du Wunderbare <3
 Aura Delphine Luzia Tamara  ~
 am 30. Januar geboren

um 4.56 h
, 3.560 g, 52cm und einen KU von 36cm (HandvoranGeburt)

 

Anmerkung: Laut der neuen Hausgeburts-Hebammenverordnung müssen Frauen mit gesetzl. Krankenversicherung, am dritten Tag des verstrichenen Geburtstermins zu einem Gynäkologen, zur Kontrolle. Sollte dieser sein o.k. geben, darf die Hebamme weiter begleiten… Deshalb bin ich umso dankbarer auf mein Gefühl gehört zu haben, meinem Kind, meinem Körper und meinen Instinkten gefolgt zu sein und vertraut zu haben. Hätte ein Arzt ausführlich geschallt und die Hand am Kopf im Becken gesehen, den großen Kopf von 36cm vermessen, wäre ich evtl. sogar mit Angst behaftet in die Geburt gegangen. Das hätte den kompletten Geburtsverlauf verändern können, verlängern usw. …

Nina Luzia